Thursday, May 25, 2006

Wild Duck: Business Dysmorphic Disorder

Es gibt eine Krankheit, die man mit BDD abkürzt: Body Dysmorphic Disorder. Menschen, die daran leiden, halten ohne logische Grundlage ihren Körper für defekt. Ihnen gefällt gewissermaßen die eigene Nase nicht. Das macht sie verrückt. Und ich dachte, es gibt vielleicht noch eine Verrücktheit, die noch keiner erkannt hat: Ich nenne sie hier ebenfalls BDD, ich meine damit aber Business Dysmorphic Disorder.

Menschen mit BDD leiden unter vorgestellten Defekten am Körper oder sie übertreiben einen minimalen Defekt maßlos, so dass sie gegen ihn wie gegen das Unheil der Welt kämpfen. Ein Leberfleck entstellt sie schon vollkommen, so dass sie sich von allen verlacht und verachtet vorkommen. Ihre Nase ist schief, der Bart zu schütter, die Frisur misslungen! Die schlaffen Oberarmmuskeln verbieten jedes T-Shirt-Tragen! Viele finden, dass sie irgendwie nicht gut riechen. Die häufigsten Symptome sind:

· Sich immerzu in allem betrachten, was spiegelt
· Oder lieber ganz vermeiden, in irgendeinen Spiegel zu schauen
· Ununterbrochen heimlich messen, wie es um den Defekt steht
· Den vermeintlichen Defekt ununterbrochen befühlen oder betasten
· Andere unentwegt um positives Feedback bitten („Deine hässliche Nase ist schön!“)
· Exzessiv gepflegt aussehen, um negativem Feedback zuvorzukommen
· Den angeblichen Defekt kaschieren (z.B. durch seidene Maßanzüge oder Make-up)
· Situationen meiden, in denen der Defekt gesehen werden kann.

Viele zehn Prozent besonders der Frauen finden sich nicht okay. Das ist toll, auch wenn Pink sich gerade in ihrem neuen Video darüber auskotzt! Da muss man den BDDs nur schlechten Geruch, Falten, zu kleinen oder zu großen Busen, ein gebärfähiges Becken oder eine merkwürdige Frisur einreden und schon sind sie in ihrer aufkeimenden Krankheit hinterher, sich mit Parfüms und Operationen zu heilen! Sie kaufen Kräuter und Abführmittel, lassen sich liften und befüllen, kleiden sich beliebig gut, damit man ihnen nichts anhaben kann! Natürlich macht das alles noch kränker und elender, aber die Industrie verdient prächtig daran!
Einige zehn Prozent der Männer beginnen sich um ihren Körper zu sorgen. Das ist toll! Sie sind jetzt fast genauso auf dem Radar der Industrie wie Frauen schon immer. Sie werden magnetisch von Fitness-Studios angezogen, die heute oft ein großer Umschlagplatz von Amateur-Doping-Mitteln sind. Blitzmuskeltraining! Sie wissen, wie viel Viagra kostet. Ein kleines Tattoo, wer hat denn keines? Ein Drama, sich gekonnt zum Bewerbungsgespräch anzuziehen! Ein Drama, im Meeting müde zu werden! Männer schlucken Konzentrationskapseln und Koffein im roten Bereich, damit sie stark wie Ochsen sind.

Das Wundervolle an dieser Krankheit BDD ist, dass sie dem Kranken nicht erkennbar gemacht werden kann. Wenn man ihm sagt: „Sie sind krank mit ihrer angeblich ach so schiefen Nase.“ Dann sagen sie: „Ich bin kerngesund, nur die Nase ist schief. Es ist ein physisches Unglück, kein psychisches. Sehen Sie das denn nicht? Gefällt Ihnen denn meine Nase? Na? Sie ist nie und nimmer so schön wie die von Naomi! Fünf Operationen sind bisher umsonst bei mir verpufft!“ – „Ich bin kerngesund, nur die Arbeit verlangt zu viel. Ich muss in langen Sitzungen fit sein und darf nie durch eine schreckliche Krawatte auffallen. Ich bleiche mir als Topmanager die Zähne, weil ich sie oft zeigen muss.“ Es gibt einige Top-Models und viele junge Berater, die an BDD leiden. Bei ihnen heißt es Schönheitswahn, was bei normalen Menschen nur verrückt ist. Männer dürfen noch nicht einmal zugeben, dass sie ein Problem haben …

Da fiel mir sofort auf, dass die Leute während der Arbeit auch psychisch krank sind. Sie haben immer Angst, dass etwas mit ihrer Leistung nicht stimmt und dass der Chef ihre Nase nicht mag. Sie denken unaufhörlich darüber nach, wie sie den vermeintlichen Leistungsmangel beheben können. Sie wollen andauernd wissen, wie gut sie sind. „Deine durchschnittlichen Performance-Zahlen sind exzellent!“ Das wollen sie immerzu hören, aber sie bilden sich fest ein, schlecht zu sein. Sie messen andauernd heimlich, wie weit sie gekommen sind. Sie erschrecken, wenn ein Vorgesetzter die Zahlen sehen will. Sie kaschieren alles unter „Business Make-up“, also unter sorgsamer Datenpflege. Sie versuchen, ihre Abteilung exzessiv gut dastehen zu lassen, damit Fragen zur Leistung gar nicht aufkommen. Sie hüten sich vor Reviews und Prüfungen aller Art. Die Business Dysmorphic Kranken können nie erkennen, dass sie krank sind. „Meine Leistungen sind leider schlecht! Ich selbst bin kerngesund. Es ist ein physisches Problem, kein psychisches. Es gibt in einer internationalen Abteilung unseres Unternehmens in Frankreich einen Vorarbeiter Namens Naomi, der bessere Zahlen hat. Das wird uns jeden Tag unter die Nase gehalten. Das tut weh, aber es ist schließlich ein unleugbares Faktum.“

Das ist Business Dysmorphic Disorder, denke ich.
Sie ist wahrscheinlich gewollt! So wie bestimmt vielfach die Body Dysmorphic Disorder auch. Man lästert über Falten oder Körpergeruch oder eben über schlechte Verkaufszahlen oder zu geringe Kundenkontakte. „Du bist schlecht!“ heißt die zentrale Botschaft. Und dann beginnen sie alle zwanghaft, sich mit Wüstensandaloevera zu duschen oder Überstunden zu machen. Operationen oder Reorganisationen in der Firma! Unentwegte Veränderungsversuche, die zu immer größer werdender Unzufriedenheit führen und dadurch enorme dunkle Verzweiflungsenergien erzeugen, die sich in Kaufräusche und Arbeitssucht entladen.

Wenn man BDD von außen in die Menschen senkt, setzen die Erkrankten große dunkle Energien frei, die genutzt werden können. Je mehr sie sich als Loser fühlen, umso besser schuften sie oder kaufen sie wie blöd! Und sie wissen nie, woher das alles kommt! Sie denken, das Problem wäre physisch oder objektiv da!

In Wahrheit ist nur die Macht physisch, die dieses Geringsein einredet. Sie erzeugt eine psychische Gegenreaktion im Menschen, sich voller Energie in den Dienst der Macht zu stellen. Das Hauptproblem der Macht ist, dass die deklarierten Loser nur dagegen ankämpfen sollen und nicht zu viel Zeit mit Jammern verplempern dürfen, damit sie effizient sind. Die BDDs sollen ja nur arbeiten und kaufen und nicht so lange vor dem Spiegel stehen. Einmal erkennen, dass man defekt ist, muss doch reichen?! Dann sollen sie malochen! Und nur ab und zu – wenn Weihnachten ist oder eine Firmenfeier, gibt man ihnen ein bisschen Hoffnung. Die ist ihr eigentlicher Lohn. Ab und zu ein gutes Wort. „Gar nicht so schlecht!“

„Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“ Bei BDDs wird die Seele ganz und gar nicht gesund, weder durch ein Wort Gottes noch durch ein Lob vom Chef oder vom Spiegel. Das Wort ist wie ein Funken neuer Hoffnung, die jetzt ein bisschen länger leben kann. Die Hoffnung stirbt bekanntlich viel später als der Mensch selbst. Sie ist seine verkaufte Seele.

10 Comments:

Blogger Heike said...

ja, an dem Baum des Unwertsein-Gefühls keimt so manche schwarze Blüte!
Ich bin nicht schön genug, nicht leistungsstark genug, ich bin nicht lieb genug, nicht schlau genug.
Genug für was???
Hey, ich kenne all diese Blüten. Doch mir half, was der kranke Kopf sich selbst nicht sagen darf, ohne sich als Verlierer zu fühlen. Ich blickte in den Himmel. Nicht bei diesem Wetter gerade, aber in die Pracht des Sternenhimmels einer Sommernacht.
Und mein Herz sprach zu mir: Siehst Du die Millionen Sonnen? Sie entstehen und vergehen. Was ist unsere Sonne im Angesicht dieser Millionen, ja Milliarden? NICHTS!! Doch für uns ist sie alles Glück und Leben! Was sind die Grossen dieser Welt im Vergleich zur Sonne? Ebenfalls nichts!!! Was sehen wir daraus? WIR geben des Dingen Wert!
Wieso wartest Du also, dass Dir jemand wert gibt? Das musst und kannst nur Du selbst tun!
Ich weiss. es geht leider nicht wie im Buch Ankhaba, so mit einem Mal. Das merke ich sehr gut! Immer wieder stösst etwas den Seismographen an. Immer wieder. Ich kann es nicht verhindern! Aber ich verändere meine Reaktion darauf! Ich versuche darüber zu lachen und meinen Tag normal zu gestalten. Und wenn ich nichts lernen kann, weil mir der Seismograph die Konzentration nimmt, dann gehe ich fotografieren. Gehe in den Park zu den Bäumen und dem Gras, das sich im Winde wiegt. Nichts bewertet mich dort. Da wird der Seismograph wieder ruhiger.
Ich weiss noch nicht, wie ich damit umgehen kann, wenn ich der Situation nicht entfliehen kann. Kann das gehen, wenn man einfach die Sache weiter macht, die man gerade tut? Ich bin neugierig, denn ich werde es bald erfahren.
Aber was geschieht, wenn das Stechen bewusst eingesetzt wird von der Macht? Mein Mann macht es so, dass er sich sagt, dass er dann eben wo anders Arbeit findet, wenn die in seiner Firma wieder mal rumdrohen, weil sie meinen, dass sie so noch mehr aus ihm herauspressen können.
Wie macht ihr das denn???
Denn es ist klar, dass wir so erst zu dem werden, was wir fürchten. Der zu viele unnötige Schönheitsoperationen machen lässt wir echt hässlich, wer nur schaut bei der Arbeit gut auszusehen kann nicht mehr gut arbeiten. Wer das lieb sein gewürdigt haben will, der wird hassenswert, wie der Besserwisser! Oder? Also, wie widersteht ihr? Ich bin neugierig, weil ich es nicht jeden Tag schaffe, wenn der Seismographenausschlag zu heftig ist. Dann kann ich nur lächeln und es am nächsten Tag noch einmal versuchen. Immer wieder!

3:31 PM  
Anonymous marvis said...

Ich denke, dass dieses Gefühl der ständigen Unzufriedenheit nicht einfach so entsteht, sondern über viele Jahre und lange währenden Mangel genährt wird. Wenn jemand nur wenig geliebt wird, ist es dann nicht wenig verwunderlich, wenn er sich irgendwann minderwertig fühlt? Wenn die Stimmung in der Wirtschaft über Jahre schlecht ist, ist es dann nicht schwerer, ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln und zu seinen Arbeitsweisen zu stehen?

So wie diese beiden Probleme hier dargestellt werden sind es völlig offensichtliche Probleme mit völlig offensichtlichen Lösungen. Ich glaube aber nicht, dass es so einfach ist. Ein solides Selbstbewusstsein würde helfen, aber ein solches muss man erstmal entwickeln und es kann einem auch durchaus abhanden kommen.

Das ist sicher nicht gut und darauf kann man durchaus mal hinweisen, aber mit dem Finger auf Leute zeigen, die eh schon hauptsächlich von der Angst angetrieben werden halte ich für nicht sonderlich hilfreich. Hierfür braucht es Persönlichkeiten, die die Fähigkeit haben, das Gefühl von Sicherheit geben zu können. Ich vermute mal, dass das sowohl für Einzelpersonen als auch für Gruppen von Menschen gilt.

3:04 AM  
Blogger Heike said...

Hallo Marvis,

was Du schreibst klingt echt lieb und verständnisvoll! Ich weiss allerdings nicht so genau, wo Du ein Fingerzeigen siehst. Aber prinzipiell hast Du schon recht, ja. Und manches Mal, da tut es halt einfach weh, was Gunter Dueck so sagt, ja. Hab mich auch oft gefragt, ob das sein muss. Doch ich denke schon! Und wenn das "dahinter" stimmt, wenn es nicht gesagt wird, um zu schmähen und sich zu überheben, sondern in Liebe, dann ist es gut!

Ich erzähle Dir mal ein bisschen von den Schmerzgetriebenen, ok?
Ich meine, es ist doch gut zu wissen, wo der Stress her kommt. Dass dieser Baum schon vor langer Zeit gepflanzt wurde und nun nur noch gegossen wird. Und da eben das Gefühl nicht auf realen Einschätzungen beruht, da also ein bisschen Wasser vom Gärtner auf den Baum des Schmerzes nicht hilft, so wie das Trinken von Blut den Vampiren nicht hilft muss man diesen Schmerz LOSLASSEN! Ich muss fort von dem, was der Baum des Schmerzes ist, oder die Perle.

Ein Selbstbewusstsein kann erst abseits vom Schmerz gefunden werden, denke ich! Da würde bestimmt ein guter Führer helfen. Einer, der eine gewisse Sicherheit spendet, ja. Aber den sehe ich momentan nirgends! Sollen wir Schwachen jetzt weiter warten, also schwach bleiben? Oder sollten wir uns nicht lieber darauf besinnen, dass es von uns viele gibt? Dass uns diese Gemeinschaft schon stärkt? Dafür müssen wir eben die Karten offen legen, ohne Scham! Wir sind Menschen, Menschen, die die Kraft haben über uns hinaus zu wachsen. Uns zu verändern in die Richtung, in die wir uns verändern wollen. Die Vampire müssen kein Blut trinken. Wir müssen nicht auf unseren Schmerz hören. Das allein sagt doch Gunter Dueck. Siehst du Marvis und eben DAS wusste ich bis vor ein paar Jahren nicht. Das muss aber bekannt werden!

Liebe Grüße,
Heike

5:41 AM  
Anonymous marvis said...

Hallo Heike,

ob die Vampire wirklich Blut trinken müssen weiss ich noch nicht. Du bist anscheinend deutlich schneller im Lesen als ich. :-)

Den "guten Führer", den Du ansprichst, sehe ich auf globaler Ebene auch nicht. Aber im Kleinen kann es das durchaus geben. Mein Leben wäre sicherlich weniger positiv verlaufen, wenn mir bestimmte Leute nicht über den Weg gelaufen werden, privat wie beruflich.

Dass man sich in seinem Schmerz nicht allein fühlen sollte ist natürlich ein guter Punkt. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie man Leute, die hauptsächlich vom Schmerz getrieben werden, davon runter bekommt. Vielleicht ist das, was Du beschreibst, zumindest ein möglicher Weg.

Ciao
Marvis

11:49 AM  
Blogger Heike said...

Hallo Marvis,

ist lieb von Dir, dass Du Dir solche Gedanken machst! Deine Gedanken helfen mir mit meinen sehr weiter!!

Und Du hast natürlich Recht, mit den Menschen, die einen weiter bringen. Ja, klar! Das hatte ich einfach unterschlagen!

Doch eines ist denke ich wichtig zu sehen. Wenn ich jetzt mal von mir ausgehe und auch, wenn ich mir, was Gunter Dueck sagt recht zusammen reime, dann wird uns doch von aussen immer gesagt, dass wir vom Schmerz lassen sollen. Das ist wie Messerstiche in unserem Fleisch. "Lass das", diese Äusserung ist doch eben wie nicht akzeptieren. Alle Leute haben mir immer gesagt: Sei nicht so kompliziert. Hör auf immer aus jedem winzigen Problem eine Beziehungsbedrohung zu machen!
Ja, da hatten alle Recht, klar! Aber ich fühlte mich nur noch mehr im Abseits dadurch und das machte mich trauriger.
Und ich stelle mir nun vor, wie Du den Leuten zu verstehen gibst, dass Du die Fehler siehst. Und sie sind ja da besonders sensibel, weil ihnen immer alle diese Fehler vorhalten. Da hätte ich in mir etwas gefunden, um Deine Absichten als einen Fehler in Dir zu sehen. Als Schutz!
Ich glaube, es gibt nicht DEN Königsweg! Ich sehe die Seele der Menschen und ihre Kraft und spreche diese an. NICHT das Fehlerhafte!!!
Wenn nun die Seele etwas tut. Etwas mit Dir zusammen tut, dann erwacht sie. Dann irgendwann hat sie die Faxen der Machina als Bewacher des Schmerzes satt! Wenn sie dann von selbst zu Dir kommen und Dich explizit um Hilfe bitten, dann kannst Du sie geben. Aber die Initiative muss doch vom Menschen ausgehen!
Das denke ich gerade! Sonst kannst Du mehr zerstören als heilen! Sieh den Menschen, wie er sein könnte und behandle ihn so. Das ist Vertrauen schenken. Dann wird auch Dir vertraut!!

Denn Du wirst nie alleine der Gebende sein. Du wirst auch immer empfangen! Das ist das Phaszinierende, Wunderbare.

Liebe Grüße,
Heike

2:51 PM  
Blogger Heike said...

Hi Marvis,

gerade zurück aus der heissen Stadt. Einkaufen...
Da fiel mir ein - genau DAS hast Du ja wohl gemeint, mit Deinem Beitrag weiter oben, oder?
Komisch...

Liebe Grüße,
Heike

9:08 AM  
Anonymous marvis said...

Hallo Heike,

deinen letzten Beitrag habe ich nicht verstanden. Worauf beziehst Du Dich?

Marvis

1:09 PM  
Blogger Heike said...

Hallo Marvis,

ich dachte bei mir dass
"Das ist sicher nicht gut und darauf kann man durchaus mal hinweisen, aber mit dem Finger auf Leute zeigen, die eh schon hauptsächlich von der Angst angetrieben werden halte ich für nicht sonderlich hilfreich. Hierfür braucht es Persönlichkeiten, die die Fähigkeit haben, das Gefühl von Sicherheit geben zu können. " was Du in Deinem ersten Beitrag gesagt hast, doch das Gleiche meint, wie mein
"Ich sehe die Seele der Menschen und ihre Kraft und spreche diese an. NICHT das Fehlerhafte!!!
Wenn nun die Seele etwas tut. Etwas mit Dir zusammen tut, dann erwacht sie. Dann irgendwann hat sie die Faxen der Machina als Bewacher des Schmerzes satt! Wenn sie dann von selbst zu Dir kommen und Dich explizit um Hilfe bitten, dann kannst Du sie geben. Aber die Initiative muss doch vom Menschen ausgehen! "

Weil doch Selbstbewusstsein insoweit entsteht, inwieweit man es schafft selbsttranszendent wertvolles zu erschaffen! Und meiner Selbst muss ich mir doch nicht mehr bewusst sein, wenn mir jemand "Sicherheit" also alles, was ich dringend benötige schenkt, oder besser, mich merken lässt, dass ich nichts von dem wirklich brauche, was mir die Wunde als Schmerz immer weis zu machen versucht.

Dazu kann man entweder die Leute darauf aufmerksam machen, oder man erhofft, dass der Mensch es selbst vergisst, dass er Schmerzen hat, wenn er in einer Aufgabe aufgeht. Letzteres ist natürlich vorzuziehen. Es geht auch gut, wenn man darauf achtet, dass etwas nicht begonnen wird um irgendetwas zum Wundschutz zu bekommen! Das widerum ist nicht so ganz leicht herauszufinden.
Nur oft hat die Seele selbst noch nichts getan. Und dann wird einfach alles mit der Machina begonnen.
Dann muss man wohl mit der harten Methode arbeiten, oder?

Findest Du nicht, dass wir da ins selbe Horn stoßen??

Wie hat Dir denn nun Ankhaba gefallen?

Liebe Grüße,
Heike

1:39 PM  
Anonymous marvis said...

Hallo Heike,

wir scheinen wirklich in eine ähnliche Richtung zu denken. Ich denke, die feinen Unterschiede müssen wir jetzt nicht unbedingt ausdiskutieren. :-)

Ankhaba hat mir sehr gut gefallen. Habe direkt nach dem Auslesen auch angefangen, es zu verleihen. Heute hat sich die erste Ausleiherin scherzhaft bei mir beschwert, weil ich ihr so ein cooles Buch gegeben habe und sie doch eigentlich andere Sachen vor hatte. :)

Grüße
Marvis

2:54 AM  
Anonymous Uwe Linck said...

Ankhaba ist spannend, nicht?

Ich habs in ganz wenigen Tagen durchgelesen (musste leider zwischendurch in Vorlesungen und so) und kann immer noch nicht glauben, dass es schon vorbei ist (das dauert jetzt schon über drei Wochen).

Ankhaba ist eine würdige Krönung der Trilogie, finde ich. Wobei ich gerade erst mit Topothesie angefangen hab ... ich muss ganz langsam machen. Ankhaba wirkt noch nach.

Am Ende von Wild Duck wurde ich ja gewarnt: "Achtung! Das ist ein 'anderer Dueck'." Jetzt will ich sagen: "Stimmt so nicht." Es ist mehr Dueck als jemals zuvor. Und auch noch so schön verpackt. (Wie doppeldeutig: Natürlich ist auch das Buch schön verpackt, nicht nur die Ideen, die drinstehen.)

Ich denke nicht, dass man es schaffen kann, von Ankhaba weniger als 10.000 Exemplare zu verkaufen. Da müssen wohl noch ein paartausend gedruckt werden. Die Leute merken ja vor lauter Vampirgeschichte gar nicht, wie viel Dueck sie lesen, bis sie es (vielleicht) merken ... ;-)

Erst hatte ich so gar keine Vorstellung, wie Ankhaba werden könnte. Jetzt bin ich gespannt auf den zweiten Band; hab nämlich noch keine Vorstellung, wie der wohl wird. Im Gegensatz zu Gunter Dueck. [Drum schreibt ja auch er die Bücher. ;-))]

Im Ernst: Ich hab fast ein bisschen Angst. Denn Ankhaba hat ganz schön Maßstäbe gesetzt.

8:37 AM  

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